SPECIAL TOUR
SAMSTAG / SATURDAY 14. MÄRZ 2026 / 16.30 - 18.30 / 4.30 - 6.30 P.M.  

Billi Thanner

TIMELINES / ZEITLINIEN & INFINITY OF LIGHT / UNENDLICHKEIT DES LICHTS

Kunst sichtbar machen für alle, die hinsehen wollen

16.30 Start
Empfang im Ausstellungsraum Salzgries 11, 1010 Wien 

Präsentation neuer Werke zur Serie TIMELINES / ZEITLINIEN von Billi Thanner

Talk / Gespräch mit der Künstlerin


17.30 
WALK zur Votivkirche, Rooseveltplatz, 1090 Wien

17.50 Spezielle Führung in der Kirche mit dem Kirchenbaumeister 
18.15 - 18.30 Billi Thanner UNENDLICHKEIT DES LICHTS - Neue Loopkonfigurationen

„Infinity of Light“ von Billi Thanner schwebt als 28 Meter langes Unendlichkeitssymbol aus Aluminium zwischen den beiden Türmen der neugotischen Votivkirche in Wien, rund 80 Meter über der Ringstraße. Die Skulptur basiert auf einer einfachen physikalischen Tatsache: Das Licht benötigt acht Minuten, um von der Sonne zur Erde zu gelangen. In warmes, weißes Licht getaucht, bildet die horizontale Schleife einen ruhigen Kontrast zur vertikalen Wucht der Türme aus dem 19. Jahrhundert und verwandelt den Zwischenraum in einen bedeutungsvollen Raum anstatt in leere Fläche.

Timelines
Im Zentrum der künstlerischen Praxis von Billi Thanner steht die Linie als elementare Struktur des Raums. Nicht als grafisches Zeichen, sondern als physische, zeitbasierte Ebene. 
Ihre Lichtskulpturen und Installationen untersuchen Wahrnehmung als aktiven Prozess. Raum erscheint dabei nicht als statische Gegebenheit, sondern als relationales Feld – als Gefüge aus Bewegung, Energie, Beobachtung und Zwischenräumen. In Analogie zu zeitgenössischen Feldtheorien versteht Thanner Realität als dynamisch. Die Linie fungiert als temporale Spur: Sie markiert Übergänge, Verdichtungen und Überlagerungen. Architektur wird nicht ergänzt, sondern in ein Ereignis überführt. Licht wird zum Medium der Sichtbarmachung. Urbane Ströme, Frequenzen und Bewegungen – Prozesse, die gewöhnlich unsichtbar bleiben – manifestieren sich als lineare Energiefelder. Wie ein Speicher der Zeit, als räumliches Gedächtnisarchiv, beschreibt Thanner diese Dimension ihrer Arbeit. Die Linie erscheint dabei nicht als Grenze, sondern als Schwelle. Nicht als Abschluss, sondern als Durchgang. Thanners Werk operiert im Spannungsfeld zwischen Ordnung und Fluss. Struktur wird nicht aufgelöst, sondern in Schwingung versetzt. Die Linie wird zum Informationsträger – zu einem Code zwischen Ort und Betrachter. Ihre zentrale Fragestellung lautet: Was wird sichtbar, wenn wir die technischen Mittel entwickeln, unsere eigenen Spuren im Raum wahrzunehmen? In dieser Praxis entsteht Skulptur nicht als Objekt, sondern als Zustand – als temporäre Konstellation zwischen Licht, Architektur, Wahrnehmung und Zwischenraum. 
(Text: Billi Thanner / Bild: 
Vertikale Frequenz, Serie Zeitlinien, Einzelne Objekte je 30 × 33 cm (16 Stück), Zentralobjekt: 65 × 71 cm
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