02 ARTMARK GALERIE WIEN

1010 Wien, Singerstraße 17 

TEL.: +43 660 901 03 31 

ARTMARK.AT

DONNERSTAG - SAMSTAG 11.00 - 18.00 UHR
UND NACH VEREINBARUNG 

artmark bildet eine Brücke zwischen Künstlern und Kunst-

interessierten. Abstraktion, eine zeitlose den „Raum“ mit einbeziehende Farb- und Formensprache, Reduktion und Konzentration auf das Wesentliche und Konkrete Kunst bis ins Minimale sind Schwerpunkt der Galerie.



EXHIBITION OPENING DONNERSTAG / THURSDAY 07.05.2020 MARTINA KRESTA Aufzeichnungen    von        bis 
AUSSTELLUNGSDAUER 07.05. BIS / UNTIL 20.06.2020
  

Manche werden da sicher gleich lästern: "So viel Zeit wie die hätt’ ich auch gern." Aber die vergessen dabei, dass das natürlich keine Freizeit ist, sondern Arbeitszeit. Und dass Martina Kresta einen Zwölf-Stunden-Tag hat.

Seit über 20 Jahren hält sie ihr strenges Konzept nun schon durch. Ihre buchhalterisch penibel datierten "Aufzeichnungen von bis". Auf den ersten Blick unspektakuläre Zeichnungen, die immer "nur" aus einer einzigen feinen Linie bestehen, mit unglaublicher Präzision freihändig gezogen, eine eng von außen nach innen verlaufende Spirale wie die Spur, der die Nadel eines Plattenspielers folgt. Doch während in der Rille einer Schallplatte vielleicht Beethovens Neunte Platz hat, enthält so eine Tuschelinie mehrere Tage, im Extremfall ein ganzes Jahr. In der kompletten Ausstellung stecken sogar 882 Tage drin. Plus ein paar "Aufwärmrunden". Das IST also überhaupt keine abstrakte Kunst, das ist ein ziemlich realistisches Abbild der . . . Zeit. Und wie ein gewisser Richard Flynman einmal gesagt hat (wobei ich ja glaube, dass das ein Druckfehler ist und der Spruch in dieser Sammlung von Zitaten in Wahrheit vom Physiknobelpreisträger Richard Feynman stammt): "Zeit ist das, was passiert, wenn SONST nichts passiert."

Auf den Blättern in der Artmark Galerie tut sich jedenfalls tatsächlich nicht viel mehr, als dass das, was passiert, wenn SONST nichts passiert, vergeht. Klingt jetzt nicht sonderlich aufregend, mehr nach einer Zwangshandlung oder womöglich nach Zeitverschwendung, hat freilich geradezu etwas Mythisches. Mit fast epischer Ausführlichkeit wird da von der Vergänglichkeit erzählt. Von der Vanitas. Besonders weil in der aktuellen Serie (der mittlerweile 42. der "Aufzeichnungen") die Länge der "Zeitspur" bestimmt wird vom Durchhaltevermögen nicht der Künstlerin (die hat schließlich jede MENGE davon), sondern der jeweiligen Tuschefeder. Und wie im Zentrum der Musik Stille herrscht (na ja, jede LP – oder CD – hat in der Mitte ein Loch, oder?), kreist hier die Zeit, die mühsamste Handarbeit ist, quasi die ewige Ruhe ein, die letzte Leere, der sie sich allmählich nähert. Und während sie das macht, erzeugen zufällige Fingertapper und Wischspuren eine geheimnisvolle Aura und laden das Papier mit "Ausdruck" auf.

. . . und eine altbackene Semmel

In Röntgenbilder ritzt Martina Kresta diese Erinnerungen an die eigene Endlichkeit ebenfalls ein (passenderweise in gängigen Schallplattenformaten). Oder legt 250 unwiederbringliche Tage endgültig in einem Ordner ab, bevor sie diesen in unerreichbarer Höhe (okay, irgendwo gibt’s eine Leiter) und gut getarnt als Bürorequisit in einem sonst leeren Regal abstellt. Dass Ordner und Regal Teil der Ausstellung sind, fällt allerdings vermutlich lediglich dem auf, der mit der Preisliste in der Hand durch die Räume marschiert. Moment, da steht: "1 altbackene Semmel." Ach ja, die gehört auch noch dazu. Galerist Johannes Haller: "Eigentlich sollte sie in einer Schublade liegen, aber ich HAB keine Schublade." Drum versteckt er das Gebäck, das seine beste Zeit längst hinter sich hat, weil es gerade einmal so lange frisch bleibt wie eine Eintagsfliege, halt einfach – irgendwo. Zwischen Zettelzeugs und Büchern.

 

Die Künstlerin schafft es, mit einer einzigen Linie, mit viel Geduld sowie bemerkens- und beneidenswerter Konsequenz existenzielle Fragen zu stellen oder: darzustellen. Woher wir kommen und wohin wir gehen? Nein, eher wie lange wir bleiben. Trocken ist trotzdem bloß die Semmel. (Und die Tusche ist selbstverständlich ebenso nimmer feucht.) Claudia Aigner, Wiener Zeitung, 20.05.2020
Zum Artikel von Claudia Aigner, Wiener Zeitung, 20.05.2020


EXHIBITION 20.02. BIS / UNTIL MAI 2020 
FRANZ RIEDL DaZwischenRaum - RaumInstallation I PapierSchnitt I GipsRelief I FotoÜberZeichnung   

Bei der Werkgruppe der Papierreliefs (2005-) eignet sich Riedl den Raum an, indem er ihn erst auf dessen verschiedenen Regeln analysiert und diese schließlich mit dem Schnitt ins Papier an einem Ort fixiert. Das Konzept für diese Serie entstand in Rahmen einer artist in residency in Japan. Die Frage nach dem Gemeinsamen im kulturell so Verschiedenen, wurde erstaunlicherweise in den Regeln im Straßenverkehr deutlich. Diese Regeln bringt Riedl in Form von Verkehrsknotenpunkten versinnbildlicht zu Papier. Die Grundidee, aus der Fläche einen Ort zu markieren, zeigt sich auch bei neueren Papierschnitten. Hier dient etwa das Mikado-Spiel als Vorbild: der Wurf der Stäbe – an sich bereits raumgreifend – wird säuberlich ins Papier geschnitten. Die Regeln des Spiels, nämlich die vorsichtige Wegnahme einzelner Stäbe, werden somit konterkariert.


EXHIBITION 18.01. BIS / UNTIL 08.02.2020 
THÉODORE MANN Noir essentiel

 

 

 

 

 

 

 

Bildausschnitt: THÉODORE MANN, Noir Essentiel No 5, Acryl auf Leinwand, 

2019, 240x240cm


EXHIBITION 21.11.2019 BIS / UNTIL 05.01.2020
2019 SPECIAL ein Rückblick aus Neuheiten


EXHIBITION 11.10. BIS / UNTIL 16.11.2019  GÜNTHER SELICHAR Observing Systems

 

Die artmark galerie vertritt bewährte und junge Positionen reduzierter Ästhetik. Entdeckungen und Entwicklungen werden in großzügigen Ausstellungen vorgestellt und meist durch thematische Gruppenausstellungen abgerundet. 

Im September 2019 wird MANFRED MAKRA mit neuen Wandmalereien und Tafelbildern unter dem Titel LOCAL COLORS den feinen Ausstellungsreigen eröffnen, perfekt begleitet von einer Gruppenausstellung mit Werken von CHRISTIAN EDER, RITA ERNST und ADELHEID RUMETSHOFER. Ab 11.10.2019 wird GÜNTHER SELICHAR mit dem Titel Observing Systems präsentiert.

 

The artmark gallery represents proven and young positions of reduced aesthetics. Discoveries and developments are presented in spacious exhibitions, usually complemented by thematic group exhibitions. In September 2019, Manfred Makra will be opening the fine exhibition series with new murals and panel paintings titled LOCAL COLORS, perfectly accompanied by a group exhibition with CHRISTIAN EDER, RITA ERNST and ADELHEID RUMETSHOFER.
Next part in October will be the exhibition with GÜNTHER SELICHAR in Observing Systems.