27 STRAIHAMMER UND SEIDENSCHWANN

1010 Wien, Grünangergasse 8/3

TEL.: +43 1 919 58 49 UND  +43 664 355 34 98

STRAIHAMMER-SEIDENSCHWANN.AT

DIENSTAG - FREITAG 13.00 - 18.00 UHR
SAMSTAG 11.00 - 15.00 UHR
 

Nach langjähriger beruflicher Auseinandersetzung mit zeit-genössischer Kunst widmen sich Dr. Roswitha Straihammer und Mag. Martin Seidenschwann dieser auch in ihrer eigenen Galerie. Die Galerie in einer der ältesten Straßen der Wiener Innenstadt  ist ein Ort der Kommunikation, ein Ort, der dem Besucher, dem Sammler und dem Kunstinteressierten das Kennenlernen von Künstlern und persönliche Begegnungen mit diesen ermöglicht. Sie bildet den Raum für den ästhetischen Augenblick, für das Wechselspiel zwischen dem Betrachter und dem Werk, das diesem neue Eindrücke und Blickwinkel eröffnet. 

Die Galerie Straihammer und Seidenschwann ist aber auch ein Diskursraum. In der Serie Gespräche am Kamin werden nicht nur der heterogene Kunstbegriff sondern auch gesellschafts-politische, wirtschaftliche und philosophische Themen diskutiert. Zentrale Themen der Präsentationen sind skulpturale Arbeiten, in der Ausstellungsreihe Kunst im Kabinett ergänzt durch Zeichnung, Fotografie und Malerei, bei denen das Spiel mit Räumlichkeit im Vordergrund steht. Im Umgang mit zeitgenössischer Kunst stehen die Begriffe Subjektivität –  Emotion –  Leidenschaft an erster Stelle. Das heißt für die Galeristen immer wieder der Neugier zu folgen und den Mut zu neuen Erfahrungen zu haben. 

Kunst ist schöpferisch, Kunst ist kommunikativ, Kunst ist lebendig. Sie passiert im Hier und Jetzt und verhandelt Themen der Gegenwart.



EXHIBITION OPENING MITTWOCH 29.05.2019 19.00 UHR - 21.00 UHR 
TONI STEGMAYER Sein und Deuten SKULPTUR und ANREAS RHOMBERG Past Grandeur FOTOGRAFIE
Zur Eröffnung spricht HARTWIG KNACK Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler

AUSSTELLUNGSDAUER 29.05. BIS 13.07.2019 / UNTIL 13.07.2019

Der Bildhauer Toni Stegmayer stellt in seinen Arbeiten die Frage nach der reinen, deutungsfreien Kunst. Es entstehen annähernd konkrete Steinskulpturen, die ihre Materialität akzeptieren und dennoch immer wieder auf die Probe stellen. In diesem Spielraum zwischen Versuch und Ergebnis, zwischen Grundstoff und skulpturaler Form hat nur wenig Zufall Platz. Aber die Werke lassen staunen, denn sie beanspruchen die Wahrnehmung und Information des Betrachters, der hineingezogen wird in den Prozess der Entstehung. Was der Betrachter sieht, ist, was es ist, und anstelle der Deutung muss er sich den grundlegenden bildhauerischen Fragen stellen. Künstler, Werk und Betrachter sind für die Kunstrezeption wesentlich. Soll mittels Kunst eine Botschaft transportiert werden, ist die rechte Deutung des Gemeinten das Ziel. Die lange Tradition der Hermeneutik in unterschiedlichen Ausprägungen befasst sich mit den Annäherungen an das Werk, das verstanden werden soll, und zwar so, wie es vom Verfasser oder Künstler intendiert ist.

Gegenständliche Kunst gibt vor, was gesehen wird. Kontext und künstlerische Haltung vermitteln das damit Gemeinte. Spirituelle Kunst verschafft dem Unsichtbaren eine Gestalt. Ungegen-ständliche, konkrete Kunst zeigt das Material und richtet den Fokus auf Strukturen, Systeme, Rhythmus. Alle Qualitäten des unmittelbar Anwesenden werden zum Thema: Gewicht und Masse, Größe und Proportion, Form und Oberfläche, Fläche und Körper, Raum und Volumen, Ruhe und Spannung. All das bedeutet das Sein des Kunstwerks selbst. Es hat die größtmögliche Autonomie, ist frei von Spekulationen und Interpretationen, verbirgt kein Geheimnis, sondern zeigt sich wie es ist: offen, klar, verständlich, pur.

 

Dadurch entsteht seine Schönheit. Die Anwesenheit des reinen Kunstwerks ist ein Statement über Information und Wahrnehmung und somit aktuell wie nie. (Hannah Stegmayer)

TONI STEGMAYER, Bogen, 2019, Belgisch Granit, 111x38x14,5cm;
TONI STEGMAYER, Bogen, 2019, Belgisch Granit, 111x38x14,5cm;


Bilder von Ruinen repräsentieren zumeist die nüchterne Wirklichkeit von Konflikten, Naturkatastrophen und Werkschließungen. 

Doch wie wir Ruinen wahrnehmen ist gar nicht so objektiv und unbeeinflusst. Vielmehr hat die literarische oder visuelle Repräsentation der Ruine eine lange Tradition. Auf die Ruinenlust - von der die europäische Malerei und Literatur seit dem 18 Jahrhundert gepackt wurde und ihrem Höhepunkt in der Romantik - folgen von Virilio bis Marchand & Meffre viele kulturelle Resonanzen auf moderne Ruinen, die sich nicht mehr so einfach in eine ästhetische oder nostalgische Annehmlichkeit verwandeln lassen. Die meisten Menschen werden von Ruinen und verlassenen Gebäuden wie baulichen Strukturen auf viszeraler und emotionaler Ebene bewegt. Nicht umsonst haben die Pyramiden, die Katakomben von Paris und Angkor Wat so viele Besucher. Von einzelnen Steinen oder Bauten zu ganzen Städten - Verlassenschaften sind konservierte Momentaufnahmen der Vergangenheit. Zudem inspirieren diese verwaisten Objekte die Vorstellungskraft in einer Art und Weise, die über die aussagekräftige Repräsentation von Geschichte oder nüchterne Dokumentation hinausgeht. Die Arbeiten von Andreas Rhomberg zeigen Leerstände und Verlassenschaften aus dem europäischen Raum. Es finden sich Bilder von Industrieruinen und Palazzi in verschiedenen Verfallszuständen, vereinsamten ehemals öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Hotels ebenso wie Details aus dem Anschein nach gerade eben noch bewohnten Schlafzimmern oder einer vor Jahrzehnten ausgebrannten Diskothek. Viele Fotos zeigen einen feinen Sinn für Intimität, die vergessenen Interieurs mit den Spuren der früheren Besitzer oder die floralen Elemente einer rutschenden Zimmerdecke, andere wieder inszenieren Industrieruinen als kühle Schauplätze futuristischer Szenarien. Einige Arbeiten wirken sorgfältig komponiert und weisen ein Gefühl für narrative und dramatische Spannung auf. Komposition, Licht und processing verwandeln alte Fabriken und verfallene Interieurs in Bühnen physikalischer Erzählungen. 

Diese Sujets zu finden und zu fotografieren, das heißt nicht nur Reisen sondern auch Abenteuer eines urbanen Archäologen auf der Suche nach und an unseen places. Die Arbeiten stehen im Rahmen von Archtitekturfotografie und urban exploring und sind in diesem Sinne nicht als direkter Versuch der Rückeroberung von urbanen Räumen zu verstehen. Dennoch ist das Aufspüren, Auskundschaften und Fotografieren von abandonments auch eine Redefinierung der Bedeutung von öffentlichem Raum. Studie, Konservierung und Inszenierung von Verfall visualisieren ehemalige gesellschaftliche landmarks und Symbole aber auch deren Veränderung.

In Zeiten wo die rasante Geschwindigkeit der nicht nur städtebaulichen Entwicklungen noch mehr zunimmt, sind diese Bilder ein gelungener Versuch, das Bewusstsein für soziale Realität in künstlerische Form zu gießen. Andreas Rhomberg ist in diesem Sinne auch ein sozialdokumentarischer Fotograf. Denn seine Bilder erzählen auch viel von ex und hopp, vom Leben im Kapitalismus, von Verschwendung und Vernachlässigung - all den so unmittelbaren Prinzipien unserer Gesellschaft ob nun mit oder ohne Krise. Und so können diese Bilder auch als eine exzellente, kunstvolle Kapitalismuskritik verstanden werden.


LAST EXHIBITIONS 
NINA ANNABELLE MÄRKL Morphosen
ELMIRA IRAVANIZAD Gate

AUSSTELLUNGSDAUER 18.04. BIS 25.05.2019 / UNTIL 25.05.2019

ELMIRA IRAVANIZAD, Objekt Nr. 7, ca.20x40cm, Foto: Friedhelm Hoffmann
ELMIRA IRAVANIZAD, Objekt Nr. 7, ca.20x40cm, Foto: Friedhelm Hoffmann
ELMIRA IRAVANIZAD, Objekt No.21, 2019; Laquered ceramic, 38x26 cm; Foto: Parham Mortazavian
ELMIRA IRAVANIZAD, Objekt No.21, 2019; Laquered ceramic, 38x26 cm; Foto: Parham Mortazavian
Elmira Iravanizad, Object No.20, 2019; Laquered ceramic, 56x31x20 cm;
Elmira Iravanizad, Object No.20, 2019; Laquered ceramic, 56x31x20 cm;

NINA ANNABELLE MÄRKLl, Antike-Applikationen / Shifting Perceptions, 2018-2017; Tusche und Bleistift auf Papier, 36,5 x 28 cm;
NINA ANNABELLE MÄRKLl, Antike-Applikationen / Shifting Perceptions, 2018-2017; Tusche und Bleistift auf Papier, 36,5 x 28 cm;
NINA ANNABELLE MÄRKL, Off-Ornament, Konstellation 7, 2019; Stahlobjekt ca. 250x108cm, Zecihnung Tusche auf Papier 100x70cm; Frames, Konstellation 2, 2018; Stahlobjekte: 2 Halbkreise, Durchmesser ca. 100cm; Zeichnung Tusche auf Papier, 100x70cm;
NINA ANNABELLE MÄRKL, Off-Ornament, Konstellation 7, 2019; Stahlobjekt ca. 250x108cm, Zecihnung Tusche auf Papier 100x70cm; Frames, Konstellation 2, 2018; Stahlobjekte: 2 Halbkreise, Durchmesser ca. 100cm; Zeichnung Tusche auf Papier, 100x70cm;
NINA ANNABELLE MÄRKL, Frames_2, 2018; Tusche und Bleistift auf Papier, 8mm Vierkantstahl geschweisst, Magnete, Nägel, ca. 150x100x5cm;
NINA ANNABELLE MÄRKL, Frames_2, 2018; Tusche und Bleistift auf Papier, 8mm Vierkantstahl geschweisst, Magnete, Nägel, ca. 150x100x5cm;
NINA ANNABELLE MÄRKL, Off Ornamente, Konstellation 11, 2018; Stahlobjekt ca. 250x130cm; Stahlobjekt ca. 80x70cm; Zeichnung Tusche auf Papier, 100x70cm; Konstellation 8, 2019; Stahlobjekt ca. 243x100cm; Zeichnung Tusche auf Papier, Cutouts, 42x30cm;
NINA ANNABELLE MÄRKL, Off Ornamente, Konstellation 11, 2018; Stahlobjekt ca. 250x130cm; Stahlobjekt ca. 80x70cm; Zeichnung Tusche auf Papier, 100x70cm; Konstellation 8, 2019; Stahlobjekt ca. 243x100cm; Zeichnung Tusche auf Papier, Cutouts, 42x30cm;


LAST EXHIBITION Robert Bodnar BINARY RESTRAINT
und Elfriede Mejchar ZUM 95. GEBURTSTAG, im Rahmen der FOTO WIEN
AUSSTELLUNGSDAUER 28.03. BIS 13.04.2019 / UNTIL 13.04.2019