22 LUKAS FEICHTNER GALERIE

1010 Wien, Seilerstätte 19
TEL.: +43 676 338 71 45

FEICHTNERGALLERY.COM

DIENSTAG - FREITAG 10.00 - 18.00 UHR 

SAMSTAG 10.00 - 16.00 UHR 



EXHIBITION OPENING DONNERSTAG / THURSDAY 14.05.2020 16.00 - 19.00 MARIELIS SEYLER Empfindung und Reflexion 

AUSSTELLUNGSDAUER 15.05. BIS / UNTIL 20.06.2020  AUSSTELLUNGSKATALOG


DER QR-CODE ZUR AUSSTELLUNG - EGAL WO SIE SIND, SO GENIESSEN SIE DIE BILDER MIT DER IAZZU-APP 

AUCH MIT DIESEM LINK KOMMEN SIE ZUR APP  - DIE GALERIEN GEBEN DER KUNST EINE BÜHNE. GERNE ÜBERALL.

EMPFINDUNG UND REFLEXION 
Natur und Mensch im Fokus des Werkes von MARIELIS SEYLER von CARL AIGNER, Kunsthistoriker, Direktor Museum Niederösterreich

Sind es Photographien? Sind es Zeichnungen? Oder sind es Materialobjekte? Über viele Jahre hat MARIELIS SEYLER Werkserien ent-wickelt, die sich in intensiver und persönlicher Weise mit dem Phänomen Natur und ihrer Verletzbarkeit auseinandersetzen. Dabei fungiert die Schwarz-Weiß-Photographie und ihre spezifische Materialität als Basis-Gen ihres bildnerischen Selbstverständnisses.

„Trampelbilder“ ist eine Serie benannt, die im Spannungsfeld von Photographie und Aktion situiert ist (und eine bildhistorische Referenz zu den japanischen „Fumie“-Bildern und -geschehnissen des 16 Jahrhunderts implizieren). Großformatige Photoabzüge mit Aufnahmen verschiedener Lebewesen wie Schmetterlinge, Schnecken oder bestimmte Themen (Denkmäler, Frauen u.a.) werden an verschiedenen öffentlichen Plätzen oder Räumen für mehrere Stunden auf den Boden gelegt und so einem willkürlichen Darauftreten ausgesetzt, erweiternd dazu werden explizite Kunstaktionen realisiert um intentionale Begegnungen zu evozieren. Dadurch werden die Photo-graphien weiter „bearbeitet“, es entstehen Spuren der „Benützung“ und erzählen dadurch von der Ignoranz gegenüber den abgebildeten Lebewesen. Derart werden die Bilder zu einem performativen Zeugnis des Umgangs mit Natur: Was nehmen wir von ihr tatsächlich im Alltäglichen wahr? Degradieren wir sie zu ästhetischen Phänomenen ohne Bezug zur existentiellen Bedeutung für den Menschen?

Weit über eine dokumentarische Zeugenschaft des Photographischen hinaus autonomisiert MARIELIS SEYLER in verschiedenen Werkserien die Photoemulsion und transferiert sie etwa in ihren Baumarbeiten auf Transparenzpapier. Verstärkt durch die Zerknitterung des Transparentpapiers infolge der Wässerung bei der Entwicklung der Photoemulsion entsteht ein eindringlicher Effekt des Zerbrechlichen als Analogon zur Zerbrechlichkeit der Natur selbst. Immer wieder werden die äußerst graphisch-zeichnerisch wirkenden Sujets durch minimale Bearbeitung mit Pastellkreide weiter akzentuiert. Der Künstlerin gelingt es dabei, bildnerisches Material und Thema in gültiger Weise zu verschränken, mehr noch: zu verschmelzen.

Dies findet sich auch in der Thematisierung von Mensch/Körper und Natur. Über viele Jahre sind Werkzyklen entstanden, die kontinuierlich, dabei behutsam-fragend den menschlichen Körper als Natur ausloten und als Teil der Natur begreifen. Momente der Vergänglichkeit und des Transformativen werden bildnerisch in vielschichtiger Weise herausgearbeitet. Die Strategie einer Ästhetik des Verschwindens spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Sichtbarmachung der Verwundbarkeit vom Mensch und Natur. Es finden sich dabei keine plakativen Attitüden von Gesellschaftskritik, sondern bergen sie eindringliche Momente einer Nachdenklichkeit, die im besten Sinne Fürsorglichkeit konnotieren.

Der weibliche Körper als Ort und Symbol des Schöpferischen ist ein Signum dieser Werkserien. Auch finden sich neue Materialien wie etwa Packpapier als Träger- und Ausdrucksmaterial des Bildnerischen, die synonymisierend agieren: Botanische Elemente werden mit Körper und Bildmaterial verwoben. und vermitteln in existentieller Weise Zerbrechlichkeit und Verletzbarkeit.

Empfindsamkeit und Reflexion werden zu Wegmarken künstlerischer Welterkundung. Das dabei – speziell für die Generation von MARIELIS SEYLER – das Werk von JOSEPH BEUYS mit seinem anthropologisch-schamanistischen Weltbild einer Einheit von Natur und Mensch als Prozess einer Verwandlung immer wieder virulent wird, verweist auf jenen Disput seit der Romantik, der die Frage erörtert, ob Kunst die Vollendung von Natur oder die Natur das uneinholbare Vorbild für den künstlerischen Diskurs sei. Angesichts der bio- und gentechnologischen Entwicklung scheint die Frage zugunsten Ersterem entschieden zu sein. Gesellschaften, welche in konzeptiver Weise auf den Ursprung des Biologischen und Botanische gentechnisch Zugriff gefunden haben, können nicht mehr auf einen Kunstbegriff des Nachahmens rekurrieren (was spätestens seit der Moderne ein State oft he Art geworden ist).

Die Arbeiten von MARIELIS SEYLER können derart als empörende Verweigerung einer Verleugnung bzw. High-Tech-Funktionalisierung von Natur verstanden werden. Im Beharren auf Momente einer Unberührbarkeit von Natur wird Empfindung als souveräne Form einer Naturerfahrung und Naturerfahrung als Empfindung zu einem unabdingbaren Credo des künstlerischen Selbstverständnisses: „Kunst hat das paradoxe Privileg oder das Vermögen (dynamis), Natur gerade dadurch evident zu machen, dass sie Kunst (und nicht Natur) ist“, schreibt HARTMUTH BÖHME zum Verhältnis von Natur und Kunst so treffend.


EXHIBITION 30.01. BIS / UNTIL 07.03.2020 
BEHRUZ HESHMAT / WOLFGANG BECKSTEINER / HERBERT FLOIS  - 3 Artists / 3 Rooms / 3 Materials
IM BASEMENT RICHARD KAPLENIG / HANNES MLENEK / MARTIN POHL 

BEHRUZ HESHMAT
Abenteuerliche Konstruktionen. Ungläubig schaut man zu, wie eiserne „Bauklötze“ der Schwerkraft waghalsigst davonkraxeln (…..). Der Faszination kann man sich freilich genauso schwer entziehen wie der Erdanziehung. (Textauszug Claudia Aigner, Wiener Zeitung).


WOLFGANG BECKSTEINER

Objektkunst, Informationstransformation Foto- und Videoarbeiten / Object art, information transformation, photo and video works.

 

HERBERT FLOIS
Flois bezieht seine Motive einerseits aus der Natur, andererseits beschäftigen ihn auch einfache, oft unscheinbare Alltagsgegenstände. Es entstehen Plastiken von poetischer Ausdruckskraft und hoher künstlerischer Sensibilität.


EXHIBITION 03.12.2019 BIS / UNTIL 25.01.2020 Wunsch.Kunst. / request.art 

Mit Werken von / works by  WOLFGANG BECKSTEINER / FRITZ BERGLER / JOHANNES DEUTSCH / ALBANA EJUPI / HERBERT FLOIS / XENIA HAUSNER / MANFRED HÜRLIMANN / RICHARD KAPLENIG / CLEMENS MATSCHNIG / HANNES MLENEK / HERMANN NITSCH / NIKI PASSATH / MARTIN POHL / DAVID SMYTH / ZSOLT TIBOR 

 

 

 

 

 

 

RICHARD KAPLENIG, FW 2018, Öl auf Papier auf Leinwand, 120x160cm


EXHIBITION 25.10. BIS / UNTIL 30.11.2019 ALBANA EJUPI human condition

SPECIAL FREITAG / FRIDAY 29.11.2019 MARC AUREL QUARTETT playing works by Haydn and Brahms

ALBANA EJUPI, I am a WO-MAN, painting part of the personal exhibition "Human Condition"
ALBANA EJUPI, I am a WO-MAN, painting part of the personal exhibition "Human Condition"
ALBANA EJUPI, I feel you inside, painting expose of the exhibition "Human Condition"
ALBANA EJUPI, I feel you inside, painting expose of the exhibition "Human Condition"

EXHIBITION 12.09. BIS / UNTIL 19.10.2019  
MARTIN POHL Metamorphose (Groundfloor) / NIKI PASSATH Theatrum mundi (Basement) 

MARTIN POHL, o. T., Mischtechnik auf Leinen, 200x300cm bzw. 100x100cm

NIKI PASSATH, aus Theatrum Mundi, 2, 3, 4

 

Im Mittelpunkt der Arbeiten von MARTIN POHL stehen die Grundelemente des Farbauftrags, des malerischen Duktus, der Farbe. Er verwendet große Werkzeuge, um starke Formen und Gesten auf die Leinwand zu übertragen. Schicht für Schicht wird ein illusionistischer Farbraum geschaffen. Ihn interessiert das Geistliche, der Produktionsprozess, die Verwandlung von Leinen und Farbpigmenten in Malerei, eben die dabei resultierende METAMORPHOSE. Parallel dazu werden in der Ausstellung  THEATRUM MUNDI Werke von NIKI PASSATH gezeigt.

 

At the heart of MARTIN POHL's work are the basic elements of the application of paint, the painterly style, the color. He uses great tools to transfer strong forms and gestures to the canvas. Layer by layer, an illusionistic color space is created, with ups and downs. Martin Pohl is interested in the clerical, the production process, the transformation of linen and color pigments into painting, the resulting metamorphosis. Parallel to this, works by NIKI PASSATH will be shown in the exhibition THEATRUM MUNDI. 


PROGRAMME SPECIAL  

LUKAS FEICHTNER zeigt die Entwürfe zum Projekt KLANGTEPPICH von JOHANNES DEUTSCH.
In Zusammenarbeit von HAUS der MUSIK WIEN, LUKAS FEICHTNER GALERIE sehen sie in der Galerie die Entwürfe zum neuen KLANGTEPPICH im Haus der Musik (Gesamte dritte Etage des Museums (fast 1.000 qm), den der Medienkünstler JOHANNES DEUTSCH mit Impressionen aus der Oper ZEITPERLEN gestaltet hat. 
 


Zu Beginn der Konzeption der interaktiven virto|stage Installation zeitperlen hat Johannes Deutsch eine begehbare Bildwelt für seine multimediale Oper geschaffen. Während die BesucherInnen in der Multimedia-Oper in der 4. Etage durch persönliche Interaktionen zum unverzichtbaren Teil der Inszenierung und der Interpretation der zeitperlen werden, können sie auf dem vorliegenden zeitperlen Klangteppich, auf der gesamten 3. Etage der Großen Meister im Haus der Musik, die Genese dieses Stückes abschreiten, aber gleichzeitig über die Einzelheiten und deren Verbindung zum jeweiligen Raum und dessen Komponisten reflektieren.