03 GALERIE ARTECONT / ARTEMONS CONTEMPORARY WIEN

1010 Wien, Opernring 21 

TEL.: +43 699 16 68 88 81 

CONTEMPORARY.ARTEMONS.AT

DIENSTAG / TUESDAY - FREITAG / FRIDAY 11.00 - 18.00
SAMSTAG / SATURDAY 11.00 - 16.00 UHR
UND NACH VEREINBARUNG 

FRANZ GRABMAYR, Waldviertler Teichlandschaft, Öl/Leinwand, 1980, 200x300cm
FRANZ GRABMAYR, Waldviertler Teichlandschaft, Öl/Leinwand, 1980, 200x300cm

Artemons Contemporary widmet sich führenden ZEITGENÖSSISCHEN ÖSTERREICHISCHEN Positionen und stellt diesen junge, innovative, internationale Kunst gegenüber. Die Galerie hat ihren Mutterhafen im beschaulichen Hellmonsödt bei Linz. Dort steht seit 2007 das Kunstmuseum Artemons mit 600 m² Ausstellungsfläche, seit 2010 ergänzt um den Zweig Artemons Contemporary. Den Schritt zur Eröffnung einer Galerie in Wien kündigte sich für den Galeristen Herwig Dunzendorfer seit geraumer Zeit an, hat er seit acht Jahren einen Wohnsitz in der Hauptstadt und viele Kunden vor Ort. Für ihn ist klar: Lange genug ist der Wiener Prophet zum ober-österreichischen (Kunst-)Berg gekommen, mit der Galerieeröffnung kommt der Berg nun schließlich zum Propheten.

Ausstellungen im sechs- bis acht-Wochentakt zeigen etablierte österreichische Positionen ab 1945, u. a. Oswald Oberhuber, Franz Grabmayr, Jürgen Messensee und Karl Korab, jetzt im Mai 2020 der Burgenländer Peter Pongratz (* 1940).

Was die internationale Kunst betrifft, so versteht sich Herwig Dunzendorfer als Vermittler von junger innovativer Kunst aus dem zentraleuropäischen und vor allem dem asiatischen Raum. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der jungen Wiener Szene.

 


EXHIBITION OPENING DONNERSTAG / THURSDAY 04.08.2020 19.00 / Eröffnungsrede Prof. Dr. DIETER RONTE
"Hidden Gems" Seltene Materialbilder aus dem GRABMAYR Estate        

 

DER IAZZU QR-CODE:  MIT EINEM KLICK INMITTEN DER AUSSTELLUNG. ÜBERALL WO SIE SIND. 

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EXHIBITION 05.05.2020 BIS / UNTIL 31.07.2020 Zum 80. Geburtstag PETER PONGRATZ        


Geboren am 22. Mai 1940 in Eisenstadt, ab 1958 Berufsmusiker, Schlagzeuger in verschiedenen Grazer Jazzformationen, 1960-63 Besuch der Akademie der bildenden Künste Wien, 1963-64 Studium an der Hochschule für bildende Künste Berlin, 1966-70  Assistent/Lehr-beauftragter bei Max Weiler in Wien, 1968 Gründungsmitglied der von Otto Breicha zusammengestellten Gruppe "Wirklichkeiten" (Herzig, Jungwirth, Kocherscheidt, Pongratz, Ringel, Zeppel-Sperl), 1974 Mehrmonatiger Studienaufenthalt in Paris – Daran anschließend ein mehrjähriger Aufenthalt in Venedig, 1978 Studienreise nach Australien und in die Südsee. Dort und an Handlungsorten in Wien entsteht das Film-Porträt "Peter Pongratz – eine Welt im Kopf" (ORF) von Georg Madeja.

2007 Peter Pongratz beginnt nach 40 Jahren wieder Schlagzeug zu spielen. Er macht „seine“ Jazzmusik auch  zusammen mit ehemaligen Musikerkollegen aus Graz. Es gibt auch einige wenige gemeinsame Auftritte in den Folgejahren; meist anlässlich einer Vernissage. 

Pongratz war am Beginn seines künstlerischen Schaffens beim Forum Stadtpark in Graz mit Schriftstellern wie Wolfgang Bauer, Peter Handke und Gerhard Roth verbunden und diese Verbundenheit zur Literatur wie zur Musik (er war Jazz-Drummer) haben geholfen, sich von einem weiten Horizont her der Bildenden Kunst mit unverbautem Blick anzunähern. Oder besser darauf loszustürmen. Zusammen mit Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt und anderen Malern nahm er bereits Ende der Sechzigerjahre eine eigenständige künstler-ische Position ein, die bis heute Abstraktion und Gegenständlichkeit verbindet. Dies führte im Jahre 1968 zur Gründung der Künstler-gruppe Wirklichkeiten zusammen mit Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl. 

Pongratz, ein Getriebener, dessen einzige Konstante die Veränderung ist, scheint im letzten Jahrzehnt wieder mehr zu seinen Wurzeln zurückgefunden zu haben, nachdem er die Postmoderne und andere Kunstströmungen in wuchtigen vorauseilenden Zitaten vorweggenommen hat. Dies zeigt sich auch in seiner bewusst kindlichen, wilden Malerei mit Blickrichtung auf die "Cobra"-Gruppe oder "Art Brut", die vieles bereits frühzeitig durchexerziert hat, was später unter dem Begriff „Neue Wilde“ bekannt geworden ist. Pongratz hat sich neben Arnulf Rainer als Erster mit den Künstlern von Gugging intensiv auseinandergesetzt und zu Ihnem Durchbruch beigetragen. Akademische Tendenzen sind ihm dabei ein ähnlicher Gräuel wie Moden oder angesagte avantgardistische Tendenzen. „Keine Rezepte. Keine Vorschriften. Keine Moden. Keine Ideologien. Kein Kompass. Keine Landkarten. Und vor allem keine Dogmen, weder für den Künstler noch für den Betrachter“, so beschreibt Pongratz seine eigene Position. Er stellt sich immer wieder neuen Themen, sowohl formal als auch inhaltlich, und verweigerte sich einer kunstmarktüblichen Schubladisierung. Sein mannigfaltiges Werk ist somit nicht aus einem Guss, sondern in verschiedenen Werkphasen gegliedert, wie man sie sonst nur bei den ganz Großen des 20. Jahrhunderts wie Picasso oder Max Ernst findet. Pongratz extrahiert die Substanz von Welten, die ungefiltert von der Phantasie von Kindern, von tiefen Emotionen berichten. Seine Werke zeugen von einer expressiven Gestik des Augenblicks, bilden gleichsam ein Kondensat einer Verfassung von Wirklichkeiten. Es sind um Existenz ringende Individuen, die sich nur durch große Kraftanstrengung aus der Umwelt herauszuschälen – ja herauszuschreien vermögen. Taumelnd, in einer absurden Welt, deren einziges Ziel eine immer weitertreibende Verdichtung erscheint. Es ist das Leben selbst, das sich hier manifestiert. In seiner Einsamkeit, seiner rohen Unmittelbarkeit, seiner Verrücktheit, in seiner absurden Schönheit sich selbst herausschreiend. Und immer weitertreibend (Herwig Dunzendorfer). 

 Auszeichnungen unter anderem: 1965 Johanneum Kunstpreis, 1969 Kunstpreis des Landes Steiermark, 1977 Preis für bildende Kunst des Landes Burgenland, 1978 Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst ( Kategorie Malerei und Grafik) , 1980 Würdigungspreis zum österreichischen Staatspreis für Bildendende Kunst, 1997 Würdigungspreis für bildende Kunst des Landes Steiermark, 2006 Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold.